Inklusive Stimmen für die Demokratie
Shownotes
Was bedeutet Demokratie für dich?Die VHS Buxtehude hat im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe zur "Langen Nacht der Demokratie 2026" Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Lebensrealitäten gefragt, was Demokratie für sie bedeutet, was ihnen wichtig ist und was sie sich für unsere Gesellschaft wünschen.
Entstanden ist eine akustische Momentaufnahme der Veranstaltung: viele Stimmen, unterschiedliche Einschätzungen und persönliche Gedanken rund um Demokratie, Beteiligung und gesellschaftliches Miteinander.
Der Podcast möchte zum Zuhören, Nachdenken und Mitmachen anregen. Denn Demokratie lebt von Vielfalt – und davon, dass Menschen ihre Stimme einbringen.
Hör rein und frag dich selbst: Was bedeutet Demokratie für dich? ? Gibt es vielleicht auch etwas, was du uns über Demokratie mitteilen möchtest, Gedanken dazu, Formate oder neue Ideen, wie man Demokratie mehr erlebbar machen kann? Schreib uns eine Mail an podcast@buxtehude.vhs.cloud oder hinterlass uns einen Kommentar in unseren Shownotes.
Format: Veranstaltungsumfrage / O-Ton-Podcast
Thema: Demokratie, Beteiligung und Vielfalt
Zu Wort kommen: Teilnehmende der Veranstaltung
♥♥♥ Ganz herzlichen Dank an Beteiligten, insbesondere an den Musiker Daniel Denecke Lucky Heart (Singer & Songwriter project by Daniel Denecke) - Lucky Heart (A Singer & Songwriter project by Daniel Denecke)
für seinen Sound im Beitrag!
Und wer einmal bei den Staader Hörschnecken reinschauen möchte - hier gibt es alle informationen dazu. Startseite - Cochlea Implantat Selbsthilfegruppe
(Rechte: Daniel Denecke)
Transkript anzeigen
00:00:00: ... dass wir in Freiheit und Frieden leben können.
00:00:02: Demokratie ist bunt.
00:00:03: Dass ich selbst mitarbeiten kann, wenn ich es will.
00:00:06: Alle zusammen.
00:00:06: Das eigentlich jeder Mensch
00:00:08: toleriert wird.
00:00:10: Freiheit!
00:00:11: Willkommen bei Inklusive Stimmen für die Demokratie.
00:00:14: Wir haben bei unserer Veranstaltung nachgefragt.
00:00:16: In diesem Podcast erzählen Menschen, was Demokratie für sie bedeutet. Was ihnen wichtig ist. Und was Sie sich für unsere Gesellschaft wünschen.
00:00:23: Eine kurze Umfrage. Denn jede Stimme zählt. Was bedeutet Demokratie für dich?
00:00:29: Für mich als Schwerhörige bedeutet Demokratie, dass ich teilhaben kann.
00:00:33: Nicht nur teilhaben, in dem ich etwas lese, sondern indem ich auch selber an etwas mitmachen kann.
00:00:40: Für Schwerhörige ist das extrem wichtig,
00:00:43: dass wir ja technische Unterstützung bekommen, Induktionsanlagen.
00:00:48: Dann ist es auch wichtig, dass die Texte, die gesprochen werden, dass man die auch lesen kann. Also Schriftdolmetscher da sind. Und das wird leider am Alltag überhaupt nicht so gelebt.
00:00:58: Also Demokratie bedeutet für mich, dass wir eben alle Menschen mit oder Handicap, dass wir Konsense finden, dass wir Inhalte finden, Barrierefreiheit aufbauen können,
00:01:09: so wie wir das wollen, wie jeder leben möchte, dass wir das irgendwie an den Start kriegen.
00:01:14: Demokratie bedeutet Vielfalt.
00:01:16: Jeder und jede in der Gesellschaft wird gesehen, wird gehört und darf teilhaben an dem gesellschaftlichen Leben, was wir hier gemeinsam gestalten. Und dazu gehört auch für mich die Volksschule, weil hier das gesellschaftliche Leben wesentlicher Anteil hat.
00:01:28: Demokratie bedeutet für mich einen alltäglichen, also wirklich jeden Tag, die Frage und der Kampf darum, um jede Stimme und das Gefühl auch, dass die Stimme etwas bewirken kann.
00:01:41: Bei den Jugendlichen, die ich jetzt immmer betreue in der Berufsschule und auch ab dem Kindergarten, kann man Demokratie leben
00:01:48: und auch weitergeben – auch wenn es immer mal knarzt und knackst in dem ganzen System!
00:01:54: Es ist unser bestes System, was wir haben können. Und deswegen müssen wir uns jeden Tag dem stellen.
00:02:00: Wenn möglichst alle sich beteiligen können und dabei sein können.
00:02:04: Wo erlebst du Demokratie
00:02:05: in deinem Alltag?
00:02:07: Also ich finde es immer ganz spannend, wenn ich zum Beispiel als Musiker an Schulen bin, um mit den Kindern zu arbeiten und mit denen Songs zu schreiben,
00:02:14: da fängt's ja schon an, dass wir uns gegenseitig abstimmen:Was wollen wir überhaupt singen,
00:02:19: was wollen wir überhaupt machen zusammen?
00:02:21: Und da fängt Demokratie schon an.
00:02:22: Wir haben zum Beispiel einen Song, der heißt: in guter Verfassung. Da ist es auch so, dass wir wirklich abgestimmt haben, was wir singen wollen und wie es gesungen wird und so. Und da fängt schon an, dass sie schon im kleinen Lernen, wie Demokratie funktioniert.
00:02:34: Es geht eben nur zusammen.
00:02:35: Bei meiner Arbeit tatsächlich.
00:02:37: Ich bin ja Teil der Kommunalverwaltung. Wir sind somit auch Teil der gestaltenden Demokratie hier in Buxtehude, und das ist für mich und meine Arbeit alltägliches Geschäft. Auch übrigens in der Unterrichtssituation.
00:02:46: Wir arbeiten ja in einer freiwilligen Unterrichtssituation, Das heißt, die Gruppen gestalten selber mit, dass was dort passiert.
00:02:51: Das ist also nicht die eine (Person), die sagt, wo es langgeht, Sondern das machen wir alles gemeinsam. Selbst
00:02:55: im zweiten Bildungsweg läuft das so.
00:02:57: Vor allem bei mir in der Stadt und im Kreis. Ja, im kommunalen Bereich.
00:03:02: Also eigentlich In Buxehude gar nicht, weil es für Schwerhörige keine Möglichkeit gibt, teilzuhaben.
00:03:09: Ich fahre nach Hamburg in den Bund der Schwerhörigen.
00:03:11: Da haben wir all die Möglichkeiten.
00:03:13: Da gibt es Schriftdolmetscher für größere Veranstaltungen und eine Induktionsanlage. Und wir können da wirklich teilhaben.
00:03:21: Ich leite da mehrere Gruppen und bin da sehr zufrieden.
00:03:26: Demokratie im Alltag erlebe ich tatsächlich in der Schule, wo ich dann unterrichte
00:03:31: und manchmal gefragt wird: Warum machen wir das jetzt?
00:03:34: Warum können wir das nicht abstimmen?
00:03:36: Und dann sage ich: Dann macht man eine Abstimmung!
00:03:38: Und dann wird es eben ein bisschen freier von der Entscheidungsfindung
00:03:42: und am Ende haben sie dann gemerkt, oh, wir können was bewirken, der Lehrer macht mit und dann können wir das das nächste Mal wieder anbringen.
00:03:48: Demokratie bringt uns doch nach vorne, wow!
00:03:51: Was sollten wir als demokratische Gesellschaft besser machen?
00:03:54: Also aus meiner Sicht für Schwerhörige sollten die Schwerhörigen eingebunden werden,
00:03:59: in die Befragung oder in die Planung auch bei neuen Gebäuden sollte das gleich mit eingebaut werden, eine Induktionsschleife zum Beispiel.
00:04:07: Zuhören. Aufeinander hören und Kommunikationsregeln wirklich umsetzen.
00:04:13: Wenn wir Ziele erreichen wollen, dass wir das halt in einer geordneten Kommunikation stattfinden lassen. Dann läuft es vielleicht auch.
00:04:19: Es kann ja nicht sein, dass wir uns alle gegenseitig anschreien. Einfach mal innehalten, jeder mal auf den anderen hören.
00:04:25: Und ich als Hörgeschädigter weiß sowieso ,wie das is,t wenn der andere nicht versteht, oder wenn man was falsch versteht.
00:04:32: Aber letztendlich um die Gesellschaft wirklich besser zu machen, demokratisch besser zu machen, müssen wir einfach lernen, innen zu halten, empathisch zu werden, und dass halt wirklich auch die Kommunikation funktioniert.
00:04:46: Wir müssen die Stimmen, die sich selber nicht gehört verschaffen können, dazu bringen, dass sie das sagen können, was sie sagen möchten.
00:04:51: Wir müssen besser zuhören. Ich glaube, dass das Zuhören als Kompetenz ein bisschen in denHintergrund gerückt ist.
00:04:56: Im Moment ist es wichtiger zu krakälen und nicht so wichtig, zuzuhören.
00:04:59: Und das ist die entscheidende demokratische Kompetenz, die wir alle brauchen.
00:05:03: Auf jeden Fall die Demokratie schützen, und der, er die Demokratie angreift, auch ein bisschen sich entgegen stellen und
00:05:11: in die Diskussion gehen. Auch, wenn es immer wieder wehtut und gefühlt
00:05:15: man redet gegen die Wand, aber es muss eben sein, auch davon lebt die Demokratie - immer wieder in die Diskussion zu gehen, welche Meinungen vertreten sind und die Meinungsfreiheit insbesondere dann eben zu verteidigen.
00:05:28: Die
00:05:28: besser mit dazuzuholen und beteiligen, die bisher aus verschiedenen Gründen noch nicht so gut dabei sein können.
00:05:37: Tatsächlich ist immer wieder die Herausforderung, dass man etwas ändern möchte und sagt, die Partei müsste ja verboten werden,
00:05:43: und die dürften ja nicht mehr mitspielen. Das eben super, super schwierig ist und was man immer wieder auch darstellen muss, dass es nicht so einfach ist, weil das ist auch Demokratie, etwas zuzulassen aber in richtigen Normen und Werten.
00:05:58: Welche Person hat dich demokratisch geprägt?
00:06:00: Die Vorstände aus unserem Verein und hier in Buxtehude, den ehemaligen Schwerbehindertenbeauftragten.
00:06:07: Jens Nübel.
00:06:09: ...meine Eltern!
00:06:10: Ich fand Willi Brandt immer total cool.
00:06:12: Martin Luther King fand ich immer richtig cool, aber auch einige Musiker fand ich richtig klasse, wie Bono von U 2.
00:06:17: Oder David Bowie hat auch immer gesagt, was er wollte.
00:06:20: Das
00:06:20: ist eine gute Frage.
00:06:22: Vielleicht mein Vater, als wir früher mit kleinen Kistolen gespielt haben und pengpeng gemacht haben, und mein Vater ist noch vor dem Krieg geboren, der uns dann noch eine runtergehauenhat gesagt, sowas wird bei uns nicht gespielt, sowas gibt es nicht.
00:06:32: Das hat, mich sehr geprägt. Helmut Schmidt, ich bin mit ihm aufgewachsen.
00:06:38: Geprägt haben mich wirklich in meiner Umschulung als Erzieher dann meine Kollegen, die mit den Kindern früh schon Demokratie ausprobiert haben und auch gezeigt haben,
00:06:48: das ist erlernbar.
00:06:49: Also von daher waren die Vorbilder immer wieder die, die es jeden Tag gelebt haben.
00:06:53: Was würdest du an unserer Demokratie verändern?
00:06:57: Ich würde dafür eintreten,dass Schwerhörige gleichberechtigt sind, also dass es nicht nur überall Rollstuhlrampen gibt und Braillezeichen in den Aufzügen, sondern das auch alle anderen Behinderten befragt werden, was sie brauchen damit die Gesellschaft barrierefrei wird für alle.
00:07:13: Denn das heißt es letzten Endes ja, die Herrschaft des Volkes, und nicht nur bestimmter Personen des Volkes.
00:07:20: Also ich finde zum Beispiel, dass gerade in den politischen Rahmen vielleicht auch die Posten besetzt werden mit Menschen, die wirklich auch im Thema sind.
00:07:27: Das würde ich mir wünschen, dass jeder, der zum Beispiel einen Ministerposten bekommt, auch vorher in dem Rahmen gearbeitet hat.
00:07:34: Ich glaube, dass wir mehr weniger professionelle Menschen, die sich nicht qua Beruf damit beschäftigen, einbeziehen müssen.
00:07:40: Dass wir genau die Leute hören müssen und einbeziehen müssen, die sie sich nicht zu Wort melden können.
00:07:44: Das heißt, wir müssen basisdemokratischer werden, mehr auf die Bevölkerung hören.
00:07:47: Bevölkerung ist mehr als die, die sich wichtig fühlen.
00:07:50: Bevölkerungen sind die, die hier wohnen – und zwar alle egal, welchen Pass wir haben!
00:07:54: Ich würde nichts verändern an unserer Demokratie.
00:07:57: Wir müssen sie so annehmen, aber immer wieder vielleicht im Kleinen nachjustieren. Also beobachten,
00:08:03: wer treibt sich da rum in der Demokratie,
00:08:06: wer macht da eben auch Stimmung.
00:08:09: Der Populismus ist ein großes Problem, wem glaube ich da jetzt gerade?
00:08:13: Also von daher immer kritisch dem nachgehen, und nicht aus Protest etwas machen, um den anderen etwas reinzuwürgen, sondern eben wirklich zu gucken, was ist zielgerichtet, was ist zielführend. Und das müsste dann jeden Tag auch was ändern.
00:08:27: In kleinen Schräubchen so stellen, so.
00:08:30: Wahrscheinlich vieles.
00:08:31: Vor allem wäre mir ein Anliegen, mehr Solidarität, denn das gehört für mich zur Demokratie mit dazu.
00:08:37: Jetzt kommt noch die Bonusfrage: Was findest du sehr gelungen und gut an unserer Demokratie?
00:08:42: Dass ich selbst mitarbeiten kann, wenn ich es will. Ich muss mich anstrengen,
00:08:46: aber es gibt die Möglichkeit.
00:08:49: ... dass wir zum Beispiel jetzt hier ganz frei stehen können, Fragen stellen, Fragen beantworten, ohne dass irgendjemand hier rumläuft und uns mit Argusaugen anschaut und guckt: was machen die da,
00:09:00: über was reden sie da.
00:09:02: Und wir dann vielleicht in zwei, drei Wochen einen Brief bekommen oder wir abgeholt werden.
00:09:05: Freiheit!
00:09:06: Richtig gut, dass wir es geschafft haben, jetzt seit dem zweiten Weltkrieg eine friedliche Gesellschaft aufzubauen, wo wir es sehr lange Jahre, Jahrzehnte, geschafft haben, auch im Ausland friedlich zu agieren.
00:09:15: Das geht gerade etwas verloren aus meiner Sicht. Und das finde ich eine richtig gute Geschichte.
00:09:20: Richtig gut finde ich an unserer deutschen Demokratie, dass wir vielfältig in unseren Parteinsystemen sind.
00:09:26: Wenn ich da andere Länder angucke, da sind eine, zwei Parteien vielleicht ,und die anderen sind rausgeschmissen worden, dürfen nicht wählen, wie auch immer,
00:09:34: dass wir doch von links nach rechts und die Mitte, die gerade zwar zusammensackt, aber dass wir ziemlich breit aufgestellt sind und ja, überall Überraschungen passieren können.
00:09:45: Das finde ich gut an unserer Demokratie, unsere Demokratie ist bunt.
00:09:49: Mir ist ganz wichtig, die Meinungsfreiheit, alle Grundrechte, die wir haben, und ja, dass wir in Freiheit und Frieden leben können, und das finde ich ganz wichtig zu schätzen.
00:10:00: Ja, das waren inklusive Stimmen für die Demokratie.
00:10:03: Das waren viele Stimmen und viele Perspektiven und ein gemeinsamer Raum für Austausch und Beteiligung.
00:10:08: Danke an alle, die ihre Gedanken mit uns geteilt
00:10:11: haben!
00:10:12: Und danke fürs Zuhören!
00:10:15: Und jetzt: Gibt es vielleicht auch etwas, was Sie uns über Demokratie mitteilen wollen?
00:10:20: Ihre Gedanken dazu, Formate die Sie sich wünschen, oder neue Ideen, wie man Demokratie mehr erlebbar machen kann.
00:10:28: Schreiben Sie uns an Podcast@ buxtehude.vs.cloud
00:10:33: Oder hinterlassen Sie einen Kommentar in unseren Shownotes.
00:10:37: Zum Abschluss noch ein Tipp, wie man Inklusion ganz einfach im Alltag anwenden kann, wo man inklusive Gruppen in der Region findet, und wieviel Inklusion schon in der VHS Buxtehude steckt.
00:10:52: Bis bald!
00:11:07: Also, (die App) heisst automatische Traskription bei Android. Die ist meistens auf den neueren Handys schon drauf. Ansonsten kann man die Herunterladen. Geht auch auf einem Tablet. Man verwednet ganz normal die App und die Sprache wird transkribiert in Text.
00:11:10: Die nächste Gruppe, die ist in Agathenburg, die heißen Stader Hörschnecken, sind ganz neu und die treffen sich in Agathenburg
00:11:18: einmal im Monat. Die haben auch eine eigene Website.
00:11:22: Ja Moin! Ich bin der Daniel Denecke, bekannt auch unter Lucky Heart.
00:11:25: So heißt mein kleines Musikprojekt eigentlich. Aktuell an der VHS
00:11:30: Im Projekt als Dozent-Projekt "Herz an Ohr".
00:11:34: Über Songwriting, also Lieder schreiben, kann man nämlich hier m Projekt "Herz an Ohr", und dann kann man sagen, was man fühlt
00:11:41: und dem anderen quasi das Zusingen oder gemeinsam Songs schreiben, und dann vielleicht mit einer coolen Band zum Beispiel präsentieren.
00:11:50: Das machen wir jetzt schon seit geraumer Zeit.
00:11:53: Da kann ich nur empfehlen, "Herz an Ohr", an
00:11:56: der VHS-Buxtehude, for free, for all.
00:11:59: Kann ich nur ans Herz legen. (Musik zum Abschluss, Gitarrensound von Lucky Heart)
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